75.000 Stunden im Dienste von Wasser und Wärme
Eigentlich wollte der Lehrling mit der Nummer M/5110 nur eine Ausbildung zum Spengler- und Installateur absolvieren. Das war im Jahr 1962. Heute, 45 Jahre später, arbeitet Werner Deininger noch immer im Betrieb der Familie Kohl, die damals noch Schuster&Kohl hieß. In dieser Zeit hat sich M/5110 (intern ehrfürchtig „Schmeh“ von Max Schmehling genannt) durch so einiges geboxt. Etwa vier Chef-Generationen, vom Urgroßvater, Wilhelm Schuster, über Großvater und Vater Ludwig Kohl, bis hin zum heutigen Firmeninhaber und Geschäftsführer, Albert Kohl. „Meine Chefs und ich, wir waren immer auch Kumpels.“, reflektiert Deininger zufrieden. Dabei sieht man ihm die rund 75.000 Stunden, die er in seinem Traumberuf bis heute hart gearbeitet hat, kaum an.
50 Mark monatlich
Auch bei den Arbeitsbedingungen im Spengler- und Installateurhandwerk ist inzwischen einiges passiert. So bekam Deininger im ersten Lehrjahr genau 50 Mark im Monat. Im vierten Lehrjahr waren es immerhin schon 150 DM. Eine Arbeitswoche dauerte noch von Montag bis Samstag, der Jahresurlaub betrug nur 12 Tage. „Das kann man mit der heutigen Zeit nicht mehr vergleichen.“, so Albert Kohl. „In den 121 Jahren unserer Firmengeschichte hat sich gerade in der jüngsten Zeit viel geändert. Werner war dafür immer offen. Die Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten, die wir unseren Mitarbeitern heute bieten, gab es damals noch nicht.“
„Die 50 schaffe ich locker!“
Werner Deininger ist im Hause Kohl für Zuverlässigkeit bekannt – ganz egal, ob im Job oder bei privaten Angelegenheiten. Kohl: „Wenn „Schmeh“ eine Baustelle verlässt, dann weiß ich, dass alles zu 120% passt. Gerade unsere jungen Mitarbeiter profitieren von seinem unbezahlbaren Erfahrungsschatz. Seine ehrliche Art und seine Arbeitsmoral sind einmalig.“ Deininger selbst sieht seine Situation so: „Ich habe nie daran gedacht aufzuhören oder die Firma zu wechseln. Mir hat die Arbeit immer viel Spaß gemacht.“ Auf die Frage, wie lange er für Kohl Wasser+Wärme noch arbeiten wolle, antwortet der 59-jährige Jubilar: „Die 50 schaffe ich locker!“ Womit die Handwerkskammer für Schwaben eine weitere Auszeichnung ins Leben rufen müsste. Die goldene Medaille für 45 Jahre Betriebszugehörigkeit hat sie Werner Deininger eben verliehen.
24.09.2007 16:27